Die Geschichte des S02 begann in der Saison 2001/2002. Der VfB war in der Vorsaison nur knapp dem Abstieg entronnen, der wohl mit einem finanziellen Bankrott einhergegangen wäre. Trostlose Kulissen von 20000 Zuschauern waren keine Seltenheit und so konnte oftmals kaum Stimmung im Neckarstadion aufkommen.
Von Beginn an war es unser erklärtes Ziel, die Stimmung im A-Block zu verbessern, sowohl auf der akustischen, aber auch auf der optischen Ebene. Zu dieser Zeit war im A-Block eigentlich keine Stimmung mehr vorhanden, die einzigen Impulse in der Kurve gingen vom Block 32 und teilweise dem B-Block aus. Der einst so stolze und ligaweit bekannte A-Block lag komplett brach. Diese Umstände muss man betrachten, denn sie führten letztlich zur Gründung des Schwabensturm 02.
Zu Beginn war es ein sehr kleiner und unorganisierter Haufen von 5 Leuten, die versuchten dem Block ein wenig Leben einzuhauchen. Man muss allerdings klar sagen, dass dies gerade in den ersten Monaten nie geklappt hat und man niemanden im Block wirklich mitziehen konnte. Die letzten Spieltage der Saison 2001/2002 gingen vorüber, ohne dass wir irgendwelche Pläne umsetzen konnten. Für die Sommerpause und die darauffolgende Saison nahmen wir uns eine Menge vor und hofften in der kommenden Saison durchstarten zu können.

Der Haufen über dem Aufgang im A-Block (bis zum Umbau der alten Cannstatter Kurve Standort des S02) wuchs auf knapp 15 Leute an, allerdings war ein großer Teil davon nur unmotivierte Mitläufer, von denen man heute keinen mehr im Stadion antrifft. Neben dem sportlichen Aufschwung, gab es auch vereinzelt wieder so etwas wie Stimmung im A-Block zu hören, allerdings kann man es kaum mit heute vergleichen. Mit einigen wenigen Fahnen und Doppelhalter trugen auch wir unseren – wenngleich auch sehr kleinen – Teil zum berühmten Fahnen- und Doppelhaltermeer der Cannstatter Kurve bei.

Die junge Mannschaft des VfB spielte sich unterdessen in die Champions League und dieser sportliche Aspekt sollte die nächsten Monate und Jahre prägen. In den Stehrängen machte sich immer mehr eine Spezies Fan breit, die dort eigentlich nichts verloren hat. Der – zugegeben – kleine Stimmungsaufschwung wurde abgebremst, viele wollten nur noch konsumieren, statt sich aktiv in den Support einzubringen. So großartig der Erfolg auf dem Rasen war, auf den Rängen brachte er Stillstand und Rückschritt. Dennoch bleiben großartige Momente aus dieser Champions League Saison in Erinnerung. Das Neckarstadion verwandelte sich bei den Spielen gegen Manchester und Glasgow in einen Hexenkessel wie man ihn zuvor in Stuttgart noch nicht erlebt hatte.

Innerhalb der Cannstatter Fanszene wurde man zu diesem Zeitpunkt etwas bekannter und auch die Mitgliederzahl wuchs auf etwa 30 Mitglieder. Das Stimmungszentrum im A-Block wurde also weiter ausgebaut. Zarte Impulse gingen nun auch nach außen im A-Block, dies wohl hauptsächlich durch die Investition in ein eigenes Megaphon, das von da an sporadisch eingesetzt wurde.

Diese erste Phase bis zum Jahr 2004 kann man wohl als Findungsphase des S02 bezeichnen. Die Gruppe musste innerhalb der Cannstatter Kurve und im Block seinen Platz finden, teilweise wurde man mit einigem Widerstand – vor allem von alt eingesessenen A-Blocklern – konfrontiert, doch wir ließen uns davon nicht unterkriegen und gaben nicht auf.

Die folgenden Jahre kann man rückblickend als Stagnations- bzw. teilweise gar als Rückschritts Phase bezeichnen. Nicht immer entschied man sich richtig, sondern man machte grundlegende Fehler und drängte sich durch unnötige Aktionen oftmals selbst ins Abseits innerhalb der Fanszene. Die Gruppe entwickelte sich in eine Richtung, die eigentlich nicht den grundlegenden Vorstellungen entsprach, die wir von Beginn an hatten. Vor allem entsprachen auch die Mitglieder nicht den getroffenen Entscheidungen. Vielmehr muss man dazu nicht sagen, außer, dass wir aus den früheren Fehlern sehr viel gelernt haben und diese Zeit sicher auch prägend für uns war. Dennoch gab es auch in dieser Phase ein paar positive Akzente. So wurde die Organisationsstruktur in der Gruppe verbessert, die optischen Supportmittel wurden weiter ausgebaut und auch die Auswärtsbeteiligung der Gruppe stieg spürbar an. Große Erfolge im Bereich der akustischen Unterstützung konnte man allerdings nicht verzeichnen.

Erst mit dem Ende der Saison 2005/2006 kam man endlich aus dieser Phase der Stagnation heraus. Man gestand sich die Fehler ein und versuchte nun mit kleineren Schritten die Ziele zu erreichen.

Die folgende Saison bleibt jedem VfB-Fan ins Herz gebrannt. Sensationell wurden wir Deutscher Meister, in und um Stuttgart brach besonders zum Ende der Saison eine Euphorie aus, die man so nicht kannte. Auf dem Rasen war eine Mannschaft zu sehen, mit der man sich identifizieren konnte. Die Saison wurde mit der 1. Karawane Cannstatt eingeläutet. Auch wir trugen unseren Teil zu der gelungen Veranstaltung bei, die inzwischen vor dem ersten Heimspiel jeder Saison immer besser angenommen wird. Die Kommunikation mit den anderen relevanten Gruppen der Cannstatter Kurve wurde immer stärker ausgebaut und so langsam erarbeiteten wir uns einen festen Platz in der Fanszene des VfB Stuttgart. In der Rückrunde der Saison 2006/2007 feierten wir unser 5-jähriges Jubiläum. Dieses war der Anlass, dass wir uns an unserer ersten größeren Aktion versuchten. Mit einer Blockfahne und Pappen, sowie den Spruchbändern “5 Jahre S02 – Alles Absicht” schaffte man dem Jubiläum beim Heimspiel gegen Wolfsburg einen würdigen Rahmen. Auch das Lob aus der Fanszene bestärkte uns unseren Weg weiterzuverfolgen.
Der 19.Mai 2007 war ein unglaublicher Tag für alle VfB Fans, so natürlich auch für uns. Ausgiebig wurde die Meisterschaft gefeiert und die unglaublichen Wochen gingen für uns mit dem Pokalfinale weiter, das allerdings unglücklich verloren wurde. Nichtsdestotrotz war es ein sensationelles Jahr für den VfB und seine Anhängerschaft.

Aus der Erfahrung der ersten Champions League Saison war es uns klar, dass ein Einbruch folgen muss. Die Cannstatter Kurve wurde nach Jahren des durchschnittlichen Erfolgs wieder überschwemmt und auch die Stehblöcke wurden noch voller mit einem Publikum wie man es sich wünscht… Dazu trug sicher auch die WM 2006 bei, Fussball war nun hip und es war chic in den Fanblöcken zu stehen. Dieser Entwicklung galt es sich entgegenzustellen und zu versuchen uns und unser Umfeld mit unseren Werten, Zielen und Einstellungen vertraut zu machen. Hierauf liegt seitdem der besondere Fokus.
Im optischen Bereich gab es nun endlich auch die ersten großen Schwenkfahnen des S02 zu sehen, die inzwischen fester Bestandteil unseres optischen Supports sind und auch schon bei diversen Auswärtsspielen zum Einsatz kamen. Zu Beginn der Saison 2007/2008 hatte dann auch unsere neue Heimzaunfahne ihre Premiere, die bis zum heutigen Zeitpunkt einen zentralen Platz in der Cannstatter Kurve einnimmt.
Nach der gelungenen Choreographie zu unserem 5-Jährigen Jubiläum, war auch für diese Saison das Ziel eine Choreo zu erstellen. Schnell war klar, dass dabei unser traditionsbehafteter Block im Mittelpunkt stehen soll. So gab es in der Rückrunde gegen den HSV eine Aktion unter dem Motto “A-Block – Tradition stirbt nie!”. Bestehend aus einer eigens angefertigen Zaunfahne, Fähnchen und Spruchbändern ergab sich abermals ein schönes Bild im A-Block.

Für die Fanszene stand in dieser Saison das Derby gegen Karlsruhe im Mittelpunkt. Verlor man das Hinspiel noch mit 0:1 wurde im Rückspiel die Vormachtstellung wieder geradegerückt. Dies gelang sowohl auf dem Rasen, aber auch auf den Rängen. Das Hinspiel in Karlsruhe war dagegen sicher ein Tiefpunkt für die komplette Stuttgarter Fanszene, man muss von einem blamablen Auftritt sprechen.
Gerade zum Ende der Saison konnten sich dann aber doch einige Stimmungserfolge einstellen und der einstmals als tot geltende A-Block, zeigte sich in neuem Glanz.

In der darauffolgenden Saison wurde unser Infoflyer “Supporter News” nun zu jedem Heimspiel verteilt und inzwischen besteht er aus Informationen zwischen 4 und 8 Seiten. Das Design wurde verändert und auch auf dieser Ebene wurde eine neue Dimension erreicht. Der Stimmungshaufen, um den S02 wuchs weiter an und inzwischen hatte man eine ganz gute Masse an Leute um sich herum. Gerade in den letzten Monaten gab es dann auch immer häufiger eigene S02-Busse zu den Auswärtsspielen und so konnte die Integration von der steigenden Zahl an neuen Mitgliedern, als auch der Zusammenhalt innerhalb des S02 verstärkt werden.
Im Sommer wurde dann auch die erste Ausgabe des S02-Fanzine “Alles Absicht!” auf den Markt geworfen. Das anfangs noch recht dürftige Heftchen hat sich mittlerweile zu einem farbigen Schmöker entwickelt, welcher zweimal pro Saison erscheint und darin die Hin- und Rückrunde spiegelt, gespickt mit Texten rund um die Gruppe, die Stuttgarter Szene und sonstige Themen aus der Fußballwelt.

In der Sommerpause vor der Saison 2009/2010 gründete sich dann im S02 die erste Sektion. Die ehemalige Offensive 0711 entschied sich nach vielen Gesprächen dazu die Sektion Zabergäu innerhalb des S02 zu bilden. Für beide Seiten ein absoluter Fortschritt, da man so gegenseitig voneinander profitieren kann und für die Mitglieder aus dem Zabergäu eigene Ansprechpartner entstehen und diese auch selbstständig Aufgaben übernehmen können.

Einen nächsten Höhepunkt schafften wir dann in der Saison 2009/2010 als wir in Hannover die erste Auswärtschoreo der Geschichte des S02 durchführten. Nach langen und zähen Verhandlungen wurde die Choreographie letztlich doch genehmigt und das wochenlange Zittern hatte sich nach dem Betrachten der Fotos erledigt. Auch hier erntete man abermals viel Lob aus allen Teilen der Fanszene, das uns weiter auf unserem Weg bestärkte.

In der letzten Saison im A-Block, gab es die Gruppe nun schon acht Jahre, die Fehler um die ersten Jahre wurden verarbeitet und wir sind daran gewachsen. Auch unsere Position in der Szene hat sich bis zu diesem Zeitpunkt gefestigt und der S02 war nun zur zweit größten Ultragruppe in Stuttgart herangereift, was nach außen hin durch eine größere Auswärtszaunfahne vertreten wurde. Zudem haben wir in diesem Jahr das “A-Block Basteln” eingeführt, welches bis heute besteht, allerdings unter dem Namen “Basteln für die Kurve” fortgeführt wird. Die Aktion “Transparenz jetzt! Unsere Daten gehören uns!” wurde von uns mit anderen Gruppen aus Baden-Württemberg mitgetragen, und je weiter man in Richtung Saisonende blickte umso näher rückte der Stadionumbau.

Mit diesen Worten betreten wir ein neues Kapitel in der Geschichte des S02, denn so schmerzlich und schwer der Abschied aus der alten Kurve auch war, umso weiter nach vorne brachten uns die Herausforderungen in der neuen Saison, welche wir gezwungenermaßen in der Untertürkheimerkurve verbringen mussten. Eingeleitet wurde die Saison mit einer gelungenen Auswärtschoreo in Mainz, welche man mit als Anstoß für die Aktion “Pro altes VfB-Wappen” bezeichnen kann. Im Zuge der Initiative (PaVW) wurden in den Wochen und Monaten danach einige Spruchbänder gezeigt, Flyer in Kneipen und sonstigen Anlaufpunkten in Bad Cannstatt und auch anderen Teilen von Stuttgart ausgeteilt. In Bad Cannstatt wurde des Öfteren ein Infostand für das Fußvolk aufgebaut und auch die Auswärtschoreo in Hamburg kam der Initiative zugute. Ebenso aus anderen Teilen der Szene kam Lob und Zuspruch in Form von Spruchbändern und Intros, die auf das alte Wappen abzielten. Ja, sogar auf der Internetplatform Facebook machte man mobil. Der Stadiongänger und die übrigen VfB-Fans wurden so für das Vorhaben um die Rückgewinnung des alten Wappens sensibilisiert und so kamen die ersten Unterschriftensammlungen ins Rollen.
Allerdings war die Saison von Seiten der Brustringkicker alles andere als zufriedenstellend. Zum Hinrunden Ende überwinterte man nur knapp auf einem Nichtabstiegsplatz und eine allgemeine Unzufriedenheit in der ganzen Fanszene machte sich breit.
Dies hatte nicht nur für die Mannschaft und das allgemeine Wohlbefinden eines jeden VfB-Fans Folgen, sondern die Initiative PaVW wurde erstmals auf Eis gelegt, um unsere komplette Kapazität voll und ganz der Unterstützung der Mannschaft hinzugeben, was auch gelang.
Am Ende kann man sagen, dass der VfB hier noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist.

In der Sommerpause wurde das nun bereits 4. Basteln für die Kurve abgehalten und wir als Gruppe freuen uns besonders darüber, dass es innerhalb der VfB-Fanlandschaft immer mehr Gefallen und Zuspruch findet. Allerdings mussten wir die Jugendwoche der Cannstatter Kurve 2011 aufgrund von zu geringer Teilnehmerzahl absagen, dieses neue Projekt von uns wird damit aber nicht einfach abgehakt, sondern zur neuen Sommerpause abermals in Angriff genommen.
Mit der neuen Saison 2011/2012 betreten wir eine ganz besondere! Zum Einen bezogen wir in dieser Saison unsere neue Heimat, die Cannstatter Kurve und zum Anderen befinden wir uns von nun an in unserem Jubiläumsjahr. Den S02 gibt es 2012 nun schon 10 Jahre, anlässlich der Feierlichkeit haben wir nochmals eine größere Auswärtszaunfahne angefertigt, welche unserer Gruppenstärke von nun 140 Mann eher gerecht wird. Auch eine erfolgreiche Auswärtschoreo in Freiburg konnten wir bereits verbuchen und man wird sehen, was die Saison noch mit sich bringt! Auch die Initiative PaVW ist seit Saisonbeginn wieder voll aktiv und effektiver als je zuvor. Zu Saisonbeginn wurde ein von uns selbstgestecktes Ziel ausgerufen 25000 Unterschriften bis Saisonende zu sammeln. Bisher wurden bereits sensationelle 15300 Unterschriften gesammelt und man hat damit für die zweite Saisonhälfte gut vorgelegt. Die Cannstatter Kurve befindet sich aktuell noch in einer Art Findungsphase und man konnte in dem bisherigen halben Jahr leider noch keine Bäume ausreißen. Aber bei dem ein oder anderen Spiel hat die neue Kurve ihr fast unendliches Potential aufblitzen lassen und für die Zukunft kann und wird unser Ziel sein, dass jetzige Träume zur Wahrheit werden.
Denn bei Allem was in Fußballdeutschland und auch sonst so auf der Tribüne des runden Leders abläuft sind wir nicht gewillt unsern Lebensstil einzustellen oder zu ändern, denn Ultras sterben nie – ****!

Einstellung

Wenn es darum geht Einstellungen einer Gruppe zu beleuchten und zu hinterfragen, ist die erste Frage häufig, welche politische Richtung eine Gruppe einschlägt. Der Schwabensturm 02 ist als Gruppe unpolitisch, wir vertreten weder rechte noch linke Ansichten!

Politische Tendenzen, ob rechts oder links, innerhalb einer Gruppe bzw. der Kurve sehen wir als eine große Gefahr an, einen Keil quer durch die verschiedenen Ansichten zu treiben und so den Zusammenhalt und die Kräfte zu schwächen. Dass auch innerhalb unserer Gruppe beide politische Richtungen auftreten ist nicht zu leugnen. Allerdings verstehen wir es in den meisten Fällen, diese Meinungen beim Betreten des Blockes auszublenden und alleine für die Gruppe und unseren Verein da zu sein und alles andere hinten an zu stellen.
Politische Symbole, wie der rote Stern haben für uns keinen antifaschistischen oder sonstigen politischen Hintergrund, sondern dienen alleine zur Gestaltung auf Fahnen, Doppelhaltern oder Buttons.

Wir sind strikt gegen den modernen immer stärker kommerzialisierten Fussball, der in den letzen Jahren aus unser aller Volkssport Nummer 1 gemacht wurde. In unseren Augen sind die Auswüchse, die die Kommerzialisierung im Fussball erreicht haben ein untragbarer Zustand. Anstosszeiten samstags um die Mittagszeit, Abendspiele, oder das schon eingeführte dritte Sonntags – Spiel, um Fernsehsendern bessere Quoten zu bescheren bzw. den DFB und seine Bundesliga auf dem asiatischen Markt zu positionieren, sind nicht mehr hinnehmbar.
Viel zu sehr werden wir Fans mit Füssen getreten. Unsere Wünsche nach fanfreundlichen Anstosszeiten werden von der DFL seit jeher nicht beachtet. Fahnenplätze werden gestrichen oder durch teilweise unfassbare Verbote bzw. Vorgaben der Vereine wie Höhe und Breite der Fahnen zerstört. Stehplätze werden abgebaut und immer mehr verkleinert. Doch sind gerade Zaunfahnen und Stehränge Fankultur! Stadionverbote werden immer willkürlicher vergeben. Die Verkürzung der Höchstlänge auf 3 Jahre, kann und darf nur der Anfang sein! Die Polizeiwillkür hat in den letzen Jahren vor allem vor der WM 2006 im eigenen Land ein Maß angenommen das nicht mehr tolerierbar ist.
Wöchentliche Übergriffe der Polizisten sind an der Tagesordnung. Festnahmen, Schlagstock und Pfefferspray-Einsatz, Hunde ohne Maulkorb, SKB´s und Einsatzleiter ohne Ahnung gehören zu unserem Alltag in den deutschen Stadien. Das alles sind Dinge, die wir aktiven Fans anprangern müssen. Stillstand im Kampf um unsere Kultur, unsere Kurve und unsere Vereine, die wir so lieben, bedeutet Rückschritt. Gemeinsam ist es möglich, den rasenden Verfall zu bremsen. Eine komplette Rückkehr zum “normalen” Fussball scheint unmöglich, doch können wir das Ende mitbestimmen!

Der Tag wird kommen, an dem der Fussball endgültig von Sponsoren und Vip´s kontrolliert und regiert wird. Aber solange in unserem Verein noch ein winziges Fünkchen Tradition flackert, werden wir zusammenstehen und für das, was unser Leben lebenswert macht kämpfen, singen und hüpfen. Durch die tiefen Täler der Trauer gehen und auf dem Gipfel des Glückes stehen. Für uns, für unsere Gruppe, unsere Kurve und unseren Verein.

Für unsere Gruppe sind die o.g. Argumente die Grundlagen für unseren Einsatz, unser Tun und Handeln.

 

Wie schon häufig betont, war unsere Heimat im Neckarstadion der berüchtigte A-Block. Seit Beginn der Geschichte des S02 haben wir hier versucht Impulse zu setzen und den Block wieder da hin zu bringen wo er einmal war. Die älteren Semester der Stadiongänger kennen den Block als ursprünglichen Motor des Supports und der Fankultur in Stuttgart, für viele der jüngeren sicher unverständlich, würden sie den Block doch eher als “toten” Block bezeichnen, der sich seit längerem auf seinem Mythos ausruht.

Für uns war von Beginn an klar, dass dieser Block eine zentrale Rolle in der Art des Fanseins und eine Zeit lang auch in unserer Mentalität spielen sollte. Wir waren uns der herausragenden Bedeutung, der Tradition des Blocks bewusst und nahmen das auch immer wieder in unseren Aktionen mit auf. Es war ein Ziel, wieder ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass wir in einem besonderen Block standen, der nicht nur eine billige Alternative zu den teuren Sitzplätzen sein kann. Jeder der im A-Block stand sollte sich seiner Verantwortung bewusst sein!

Das Motto “A-Block – Tradition stirbt nie!”  war für uns Verpflichtung und Ansporn zugleich. Es galt für die damalige Fangeneration die Tradition des Blocks weiterzuschreiben und die Geschichte zu pflegen und in Ehren zu halten. Wir versuchten auch mit diesem Ausspruch einen Gegensatz zum immer mehr eintretenden Ausverkauf der Seele des Fußballs und des immer steigenden Kommerz zu setzen. Wir waren uns bewusst, dass dies nur ein kleiner Teil war, doch so lange es genug Menschen gibt, die diese Ansicht genauso vertreten, wird auch der Fußball weiter leben.

Wir versuchten die Lethargie von unserem Block zu nehmen und die Identifikation weiter zu verstärken. Neben Texten und einer Choreographie zum Thema “A-Block – Tradition stirbt nie!” haben wir deshalb auch speziell für die Leute im A-Block eine Kollektion auf den Markt gebracht, die diverse T-Shirts, Buttons und Schals umfasst, damit jeder voller Stolz zeigen kann, welches sein Block war und im Herzen noch ist.

Den Mythos A-Block macht aus unserer Sicht neben der Ablehnung des so oft genannten “Modernen Fußballs” vor allem die bedingungslose Liebe zum Brustring und der Zusammenhalt der Fans untereinander aus. Wir lassen uns auch in schwierigen Zeiten nicht auseinanderdividieren. Mit Freundschaft und Zusammenhalt kann man alle Ziele erreichen!

Zur oben erwähnten Choreographie beim Heimspiel gegen den Hamburger SV in der Saison 2007/2008 wollen wir an dieser Stelle auch noch ein paar Worte verlieren: Für uns war es ein erhabenes Gefühl mitzuerleben wie viele ältere A-Blockler zu uns kamen und uns bestärkt haben, teilweise mit Tränen in den Augen. Dies war sicher auf der einen Seite eine Respektsbekundung an unsere Arbeit, aber vor allem ein Zeichen dafür, dass im A-Block bis zum Ende hin immer noch ein Feuer brannte und der Mythos gen Ende nocheinmal aufleben durfte.

Wir hoffen, dass jeder der Teil dieser Ära war genau so prägende und gute Erinnerungen an den A-Block hat und dass der Mythos in uns noch ewig lebt.

 

Seit 2003 haben auch wir unseren eigenen Infoflyer “Supporter News”, der bei den Heimspielen des VfB im A-Block erscheint. Dabei hat das Medium vor allem in den letzten Jahren einen starken Wandel erfahren.

Zu Beginn war es ein unstetiges Erscheinen mit einer sehr geringen Auflage im DinA4 Format. Erst seit zwei Jahren gibt es zu jedem Heimspiel ein SN, das sich inzwischen immer größerer Beliebtheit erfreut. Inhaltlich behandeln wir aktuelle Themen, die für den A-Block und unsere Fanszene wichtig sind, blicken auf Aktionen zurück und versuchen dem Block unsere Ansichten und Denkweisen näher zu bringen.

Einhergehend mit dem regelmäßigen Erscheinen zu jedem Heimspiel wurde auch das Format und das Design verändert, so haben wir uns inzwischen für das DinA5 Format entschieden. Damit konnte die Seitenzahl erhöht werden und mehr Themen untergebracht werden. Bei den letzten Spielen sind wir auch erstmals 8seitig erschienen, je nach Themenlage wollen wir das auch beibehalten. Die Auflage wurde ebenfalls nach oben geschraubt und so gibt es aufgrund der steigenden Nachfrage momentan eine Stückzahl von 500.

Das SN wird ausschließlich von Mitgliedern des Schwabensturm 02 geschrieben, gedruckt und an den Aufgängen verteilt. Um noch mehr auf die Geschehnisse eingehen zu können, sind wir natürlich auf Kritik und Anregungen aus dem Block angewiesen. Deshalb haben wir mit info[at]schwabensturm02.net eine Kontaktadresse an die Kritik, Lob und sonstige Meinungen geschrieben werden können.