Spruchbanderklärung: Mitgliederversammlung oder Marketingevent? / Es geht um den Verein, nicht um Pläne Einzelner!

Beim Heimspiel gegen Heidenheim zeigten wir folgende Spruchbänder:

Mitgliederversammlung oder Marketingevent?
Demokratie oder Ein-Kandidaten-System?
Vereinsmitglieder oder Stimmvieh?
Einnug oder Spaltung?

Es geht um den Verein, nicht um die Pläne Einzelner!

Dass beim VfB in seiner wechselhaften Geschichte der letzten 123 Jahre vieles anders und oftmals leider ziemlich unerfreulich läuft ist bekannt. Nach jahrelangem sportlichen Zerfall steht man nun in der zweiten Liga. Manch Verantwortlicher wurde inzwischen vom Hof gejagt, Andere sitzen weiterhin in vorderster Position. Mit der 1:2 Heimniederlage gegen Heidenheim am vergangenen Freitag wurde gefühlt wieder ein neuer Tiefpunkt erreicht. Großartig darüber aufregen wird sich indes kaum einer mehr. Zu sehr hat man sich als Fan dieses Vereins damit abgefunden, dass es sportlich immer noch eine Kleinigkeit schlechter geht. Und während sich Sportvorstand und Trainer nach vier!! Spieltagen zusehens auch öffentlich attackieren und über mögliche Fehler der Kaderbesetzung diskutieren, bleibt wie so oft in den vergangenen Jahren eigentlich nur die Hoffnung, dass die Mannschaft die es auf dem Feld nun einmal richten muss wenigstens versteht, dass ohne Wille und Einsatz auch in dieser Liga nichts Zählbares zu holen sein wird.

Nebenbei wirft die Mitgliederversammlung am 9.Oktober immer größere Schatten voraus. Dass der gemeine VfB-Fan nach den letzten Jahren nicht unbedingt gut auf führendes Personal zu sprechen ist, dürfte bekannt sein. Auch dass ein Herr Wahler nach dem Abstieg schnell das sinkende Schiff verlassen hat und somit ein neuer Kandidat zu wählen ist ist allseits bekannt.
Mit der Entscheidung Wolfgang Dietrich als einzigen Bewerber vorzuschlagen hat die Vereinsspitze klar Position bezogen. Von einer, auf dem im letzten Jahr unter enormem Aufwand betriebenen Prozess der Vereinsentwicklung, gewünschten demokratischen Mehrkandidatenwahl wurde damit wieder Abstand genommen. Dem klaren Wunsch der Mitgliedschaft nicht entsprochen. Die Hintergründe sind wie so oft nur zu vermuten. Fakt ist, dass mit Herrn Dietrich erneut und damit wiederholt der Kandidat zur Wahl steht, der durch genau die selben Strukturen wie einst die Herren Mäuser und Wahler in diese Position gebracht wurde. Ein Neuanfang sieht definitv anders aus! Spekulativ natürlich auch nur, wie die Mitgliedschaft bei der Möglichkeit zwischen mehreren Kandidaten zu entscheiden auf die Verstrickungen Dietrichs in undurchsichtige Geschäfte der Quattrex Sports AG oder seine Tätikeit beim Bahnprojekt S21 reagiert hätte. So bleibt Gefühlen von der Vereinsspitze vor das bekannte Prinzip „Friss oder Stirb“ gestellt worden zu sein. Ein Schelm wer nun denken würde, dass die Entscheidung für das Ein-Kandidaten-System nicht nur aufgrund des Angebotes zur ehrenamtlichen Arbeit von Herrn Dietrich als Präsident fiel… Der VfB hat damit erneut sein eigenes Ziel der Transparenz klar und deutlich verfehlt. Aber auch dies dürfte den meisten Mitgliedern bekannt sein. Erinnern wir uns nur an die Handhabung rund um die „unumgängliche Ausgliederung der Profiabteilung zur neuen Saison“ im vergangenen halben Jahr.
Die Entscheidung kontra demokratische Wahl bei der diesjährigen Mitgliederversammlung ist allerdings nur das Eine. Man tut augenscheinlich alles um die Mitgliederschaft vor den Wahlen doch noch irgendwie positv zu stimmen. Verbilligte Artikel im Sportshop, Meet and Greet mit der Mannschaft, Gewinnspielauslosung unter allen Teilnehmern, vergünstigtere Karten für das geplante und inzwischen verschobene Benefizspiel im Stadion. Nur um einen Auszug zu nennen. Sind wir tatsächlich so weit gekommen? Ist das Vertrauen in die eigene Arbeit tatsächlich so gering, dass man zu solchen Mitteln greifen muss? Ein Kandidat, ein System, das ganze Konstrukt VfB muss doch durch sein Tun, seine Arbeit und das Vertrauen in die Vereinsführung überzeugen. Wenn die handelnden Personen wirklich an dem Punkt sind, die Mitgliederversammlung als höchstes Organ im Verein so zu beeinflussen wirft das umso mehr Fragen auf. Wie soll dieses Handeln Vetrauen schaffen? Augenscheinlich sind doch nicht einmal die Oberen davon überzeugt in einer normalen, seit Jahren gleich ablaufenden Versammlung ihre Ziele zu erreichen. Viel mehr verkommt das Ganze zu einer nicht nur gefühlten Marketingveranstalung, für die wirklich alle Register gezogen werden. Der Eindruck dass die Mitgliedschaft als Stimmvieh im möglichst großer Anzahl nach Stuttgart gelockt werden soll wird merklich größer. Geht es denn wirklich darum, genug Ja-Sager zu mobiliseren, die sich durch ein paar Prozent im Sportshop und die Chance auf ein Treffen mit Teilen der Mannschaft rund um Klein und Sunjic blenden lassen sollen?
Wir unterstellen selbstverständlich keinem Weiß-Roten sich in seiner Entscheidung rund um die MV durch die Angebote des Vereins beeinflussen zu lassen! Gleichwohl muss sich jedes Mitglied die Frage stellen, was denn wirklich im Vordergrund steht und damit ausschlaggebend für die einzelne Entscheidung ist. Aus unserer Sicht kann und darf es nur die Arbeit und das Vertrauen sein, die der Vereinsspitze möglicherweiße entgegengebracht werden kann. Ist dem so, kann und muss jeder sein „Kreuz“ an der für ihn richtigen Stelle setzen. Das oberste Ziel muss die Einung des Vereins sein. Eine weitere Spaltung darf weder fokusiert noch umgesetzt werden.
Es geht um den Verein, unseren VfB! Nicht um die Pläne Einzelner!
Machen wir die Augen auf, setzen uns mit der Realität auseinander und sind wir in aller erster Linie ehrlich zu uns selbst. Auch wenn die Angebote für den Ein oder Anderen verlockend sein mögen. Jede Stimme am 9.Oktober muss sorgfältig entschieden sein. Das ist jeder Einzelne seinem VfB schuldig!

9.Oktober 2016 – Du entscheidest!

Für den VfB. Zum Wohle des Vereins!

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