Es bleibt dabei: Nein zu RB! – Keine Solidarität mit RB!

In den letzten Wochen bestimmte die Debatte um den Umgang mit dem Konstrukt „RB Leipzig“ die mediale Diskussion in Fußball-Deutschland. Insbesondere führende Protagonisten der „Rasenballsportler“ ließen dabei keine Möglichkeit aus, jeglichen Protest gegen „RB“ als Gewaltakt zu deklarieren und somit dessen Legitimation in Zweifel zu ziehen. Einen Höhepunkt erreichte diese populistische Kampagne ohne Zweifel, als der Vorstandsvorsitzende von „RB Leipzig“, Oliver Mintzlaff, im Lichte der immer deutlicher hervortretenden Kritik am Leipziger Fußball-Projekt den Ligaverband DFL aufforderte, in dieser Sache endlich „schnell, energisch und konsequent Position zu beziehen und dann unverzüglich
zu handeln.“ Diese Aussagen lassen deutlich die Strategie von „RB Leipzig“ in diesem Konflikt erkennen: Dadurch dass die Leipziger den Widerstand gegen ihr Geschäftsgebaren per se als schwere Beleidigung und spezifische Form von Krawall brandmarken, erhoffen sie sich eine stärkere Unterstützung durch DFB und DFLbei der Eindämmung der Proteste. Umso bedauerlicher ist es, dass die Verbände dieses perfide Spiel teilweise mitspielen und sich ebenso undifferenziert gegen die Aktionen der Fans stellen. DFB-Vizepräsident Rainer Milkoreit etwa sprach in diesem Zusammenhang von einer „Ausartung der Fanszene“ und forderte eine Solidarisierung der übrigen Vereine mit „RB Leipzig“. Bei der Vollversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am 26. März 2015 wurde der umstrittene Fall schließlich thematisiert. Anschließend war in einigen führenden (Sport-)Medien zu lesen, die anwesenden Profivereine hätten sich ausdrücklich mit den Leipzigern solidarisiert. Nur wenig später allerdings distanzierten sich verschiedene Clubs von dieser Darstellung. So stellte der
Vorstand von Fortuna Düsseldorf klar: „Es ist richtig, dass sich alle anwesenden Vereinsvertreter klar gegen Beleidigungen jeglicher Art sowie Androhung und Anwendung von Gewalt ausgesprochen haben. […] Nicht richtig ist jedoch, dass die Fortuna sich explizit mit einem anderen Verein solidarisiert hat.“ Stefan Kuntz, Verantwortlicher des 1. FC Kaiserslautern, äußert sich ähnlich und ergänzt: „Über eine explizite Solidarität mit einzelnen Vereinen wurde […] nicht gesprochen. Es macht meiner Meinung nach auch keinen Sinn, hier einzelnen Vereinen, wie beispielsweise RasenBallsport Leipzig, eine Sonderrolle zuzusprechen. Dies wäre auch hinsichtlich der dringend nötigen Versachlichung des Themas nicht Ziel führend.“ Diese Worte lassen sich als Bekenntnis zu einer sachlich-argumentativen sowie kreativen und offenen Auseinandersetzung mit dem Konstrukt „RB Leipzig“ verstehen. Angesichts
derartiger Stellungnahmen von offizieller Seite wirkt Dietrich Mateschitz’ Aussage, dass der Protest gegen „RB“ nur von einer verschwindend geringen Minderheit getragen werde, schlichtweg wie eine Verdrehung der Tatsachen. Um die Unzufriedenheit mit der medialen Gemengelage, die fast ausschließlich von Verfechtern des Projektes „RB Leipzig“ dominiert wird, zu verdeutlichen und die Stimmungslage unter den engagierten Fans und Fußballfreunden zu dokumentieren, läuft derzeit eine bundesweite Spruchband-Kampagne, die die
Vereine dazu auffordert, die von den Leipzigern und Teilen der Fußball-Verbände gewünschte Solidarität mit „RB“ zu verweigern. Beim Heimspiel gegen Werder Bremen am 12. April 2015 haben sich auch diverse Gruppen der Cannstatter Kurve an diesem Protest beteiligt. Während das Commando Cannstatt ein Banner mit dem Slogan „Keine Solidarität mit RB“ präsentierte, erinnerte der Schwabensturm02 den Vorstand des VfB mit dem Spruchband „Es bleibt dabei: Nein zu RB!“ an die grundsätzliche Haltung der Fangemeinde, die nicht zuletzt zur Absage eines Testspiels gegen die Mannschaft aus der Messestadt im Sommer 2014 führte. Aus unserer Sicht müssen sich die Offiziellen des VfB klar dazu bekennen, dass Kritik am Projekt „RB Leipzig“ legitim ist und zu jeder Zeit möglich sein muss. Der Protest der Fans darf nicht unzulässig eingedämmt oder gar verboten werden. Solidarität mit den Leipzigern unterläuft schließlich auch die Interessen des VfB: Das monetäre Imperium, welches unter dem Deckmantel „Rasenballsport“ entsteht, übersteigt die wirtschaftlichen Möglichkeiten aller normalen Bundesligisten – auch des VfB Stuttgart 1893 e.V. – und ist mithin nichts anderes als eine von DFB und DFL geduldete, ja teils sogar geförderte, Wettbewerbsverzerrung! Dieser Zustand ist unserer Meinung nach unhaltbar, deswegen positionieren wir uns ganz klar:

Keine Solidarität mit RB! – Es bleibt dabei: Nein zu RB!


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