Spruchbanderklärung: V-Männer abschaffen! / 100% journalistische Sorgfalt – 0% Polemik

Kurz und knapp: Heimspiel gegen die Bayern, Flutlicht, volles Haus, Niederlage.

Toremäßig halten sich die Herren in Weiß und Rot in diesem Jahr noch zurück. Langsam wird’s Zeit, die Kugel wieder im Tor unterzubringen.
Zeit ist ein gutes Stichwort. Selbige sollten sich manch Offizielle und Verantwortliche besser nehmen, bevor sie die Stellschraube „Sicherheit“ beim Fußball noch weiter und schneller anziehen. In den vergangenen Tagen bestätigten verschiedene Innenminister offiziell den Einsatz von V-Leuten beim Fußball. Da stellt sich langsam wirklich die Frage, ob dieses Land keine anderen Sorgen mehr hat als die angeblich angespannte Sicherheitslage beim Fußball. Das Sicherheitsproblem ist nirgends mit Fakten und Zahlen belegt – ganz im Gegenteil. So sprechen beispielsweise Untersuchungen des Instituts für Fankultur der Uni Würzburg sogar davon, dass ein Stadionbesuch heute so sicher ist wie nie zuvor.

Die Zahlen aus der Wissenschaft sprechen immer häufiger für sich. Doch scheinbar besteht von den „Hütern der Sicherheit“ keinerlei Bereitschaft darauf einzugehen. Wieso soll man denn dem doch so oft gepriesenen „12. Mann“ auf Augenhöhe begegnen? Wieso einen ernsthaften Dialog führen? Wieso auf direkte oder indirekte Provokationen verzichten?

V-Männer sind zweifellos eine Provokation. Es geht nicht ausschließlich um die fragwürdige Bezahlung und Anwerbung solcher Personen. Es wird gezielt versucht Misstrauen innerhalb der Fankurven der Vereine zu streuen. Misstrauen schafft vieles, aber gewiss keine verbesserte Sicherheitslage. Um die „Probleme“ im Fußball zu lösen braucht es keine Schnüffeleien, es braucht Vertrauen.

Das zweite Spruchband am vergangenen Sonntag griff den Slogan „100 Prozent das Spiel – 0 Prozent Gewalt“ verschiedener Medien auf. Beteiligt an diesem Gemisch aus unterschiedlichsten Fernsehsendern sind auch jene, die sich in den vergangenen Monaten in der Berichterstattung über die Sicherheit beim Fußball teils hetzerisch äußerten. Medien, die einem Kerner oder Pocher eine Plattform bieten, die dem Schundblatt der Nation in so mancher Runde Sendezeit boten oder die schlicht und ergreifend uninformiert über Dinge berichteten, die sie nicht verstanden haben. Oft genug blieben die Grundsätze des Journalismus auf der Strecke. Polemik und Übertreibung sind kein Zeichen sauberer und sorgfältiger journalistischer Arbeit! Auch Fußballfans haben das Recht auf eine faire und vor allem saubere Pressearbeit.

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