Spruchbanderklärung: Die Würde des Menschen ist Unantastbar!

Beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt zeigten wir ein Spruchband mit dem Inhalt des 1. Artikel des deutschen Grundgesetz.
Der Anlass für uns dazu war zweierlei. Zum einen mussten sich die weiblichen Fans unseres heutigen Gastes bei ihrem Spiel in Leverkusen menschenunwürdigen Eingangskontrollen unterziehen. Näheres dazu gab es in der Ausgabe der Supporter News zu lesen. Untenstehend findet ihr den kompletten Artikel.
Zum anderen bezieht sich das Spruchband auf die Geschehnisse vom vergangenen Donnerstag in unserer Stadt. Man kann zum Projekt Stuttgart 21 stehen wie man will – auch in unserer Gruppe sind sowohl Pro- als auch Contra-S21 Meinungen vorhanden und aus diesem Grund verzichten wir auch darauf uns zu diesem Projekt als Gruppe zu positionieren. Dennoch: Wir sehen uns selbst oft genug völlig willkürlichen und übertriebenen Polizeieinsätzen ausgesetzt- all dies wurde am Donnerstag nochmals getoppt. Wer diese Bilder aus dem Schlosspark gesehen hat, konnte nur fassungslos und wütend sein. Deshalb wollen wir uns auch mit allen Opfern dieser Gewalteskalation der Polizei solidarisch zeigen und auch den Staat und das Land mal daran erinnern worunter sie ihre Arbeit unterzuordnen haben – der Würde des Menschen

Vergangene Woche spielte unser heutiger Gegner Eintracht Frankfurt in Leverkusen. Der Gastgeber war zwar noch nie für eine besondere Toleranz gegenüber den gegnerischen Fans bekannt, doch was sich an diesem Mittwoch Abend dort abspielte übertraf mit Abstand alles Bisherige deutlich.
Nach den üblichen Karten – und Eingangskontrollen wurden die weiblichen Frankfurt Fans von den männlichen Anhängern auf dem Stadiongelände getrennt und in ein Zelt geführt. Dieses Zelt, das sowohl von Ordnungskräften als auch von weiblichen Beamten der Polizei bestückt war, sollte traurigerweise Schauplatz des übertriebenen Sicherheitswahns und der unweigerlichen Willkür in Deutschland werden. Ohne jegliche Angabe von Gründen mussten sich die weiblichen Fans in diesem bereitgestellten Zelt bis auf die Unterwäsche entkleiden und Untersuchungsmaßnahmen über sich ergehen lassen. Dass diese Aktion massiv gegen die Würde des Menschen verstoßen hatte, störte zu diesem Zeitpunkt wohl keinen der anwesenden Ordnungskräfte und schon gleich gar nicht die Polizei selbst, die diese Maßnahmen angeordnet hatte. Erst nachdem sich der Großteil der Frankfurter Anhänger mit den Frauen solidarisch zeigten, wurden die Zelte abgebaut und diese unglaubliche Repression hatte ein Ende. . Als Gründe der Maßnahme gab die Polizei im Nachhinein an, dass sie angenommen habe die Frauen wollten pyrotechnisches Material ins Stadion schmuggeln. Gerade bei Frauen, die ja sowieso
eine massive Bedrohung für die gesamte Menschlichkeit darstellen ist dies eine absolute Frechheit! Frankfurter Berichten zufolge war sogar ein 8-jähriges Mädchen Opfer dieser Maßnahme, die sicherlich einige Kilogramm Pyrotechnik am Körper getragen hatte. An diesem Abend wurde ein neues Ausmaß der Provokation gegenüber Fußballfans gezeigt. Ganz egal ob dies in Frankfurt, Stuttgart oder Karlsruhe passiert, solche Aktionen sind absolut indiskutabel und dürfen keinesfalls zur Praxis werden! Nur durch die Solidarität aller Frankfurter Anhänger konnte eine solche Schweinerei beendet werden. Gerade durch das Vollstrecken solcher Maßnahmen gegenüber dem ‚schwachen Geschlecht‘ zeigte sich auch von Seiten der Polizei eine neue Form der Provokation die nicht nur in der Frankfurter Szene für Kopfschütteln und Wut gesorgt hat. Letztendlich liegt es an jedem Einzelnen von uns bei solchen Anordnungen an den gesunden Menschenverstand zu appellieren und sich solidarisch zu zeigen. Vergangene Woche hat gezeigt, dass es im Prinzip jeden treffen kann, von Kutte bis zum Ultra, vom 8-jährigen Mädchen bis zur Mutter. So etwas kann und darf in Deutschland nicht nochmal passieren!
PS: Wer nun glaubt so etwas wäre einmalig gewesen und deswegen nicht weiter schlimm der täuscht sich! Im Jahr 2005 kam es beim Spiel von Dynamo Dresden gegen den 1. FC Saarbrücken zu einer ähnlichen Herangehensweise. Hier hatte im Nachhinein ein weiblicher Dynamo Fan gegen die Vorgehensweise geklagt und bekam vor dem Oberverwaltungsgericht Recht. „Das Oberverwaltungsgericht hat […] festgestellt, dass ihre körperliche, mit Entkleiden verbundene Untersuchung durch Polizeibeamtinnen anlässlich der Fußballzweitliga – Begegnung zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem 1. FC Dynamo Dresden am 11.03.2005 vor dem Saarbrücker Ludwigsparkstadion rechtswidrig war.“ „Zu beanstanden war die umstrittene Maßnahme im Falle der Klägerin deshalb, weil die von der Polizei entwickelten Kriterien zur Bestimmung potentieller Transportpersonen von der Natur der Sache her – unscharf‘ waren und erwarten ließen, dass es sich bei der überwiegenden Mehrheit der hiernach zur Durchsuchung ausgewählten Personen um ‚harmlose‘ Spielbesucherinnen und Spielbesucher handeln würde, gleichwohl aber zusätzliche Vorgaben zur Wahrung der Verhältnismäßigkeit fehlten, die hätten sicherstellen können, dass sich die Inanspruchnahme der so genannten ‚Unverdächtigen‘ auf das unerlässliche Minimum beschränkte. Gemessen hieran waren Art und Weise der Durchsuchung der Klägerin unverhältnismäßig.“ [https://www.juraforum.de/recht-gesetz/polizeiliche-durchsuchung-eines-weiblichen-fussball-fans-rechtswidrig-210018]

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