Bundesweite Proteste vom 30.11. bis 03.12.2018

Die jüngsten Veröffentlichungen zu Super-League-Plänen und anderen geheimen Deals in den Hinterzimmern der Manager sollten auch den letzten Zweiflern vor Augen geführt haben: Die heutige Fußballwelt hat mit Werten wie Fairness und Solidarität rein gar nichts mehr zu tun.
Finanzstarke Klubs umgehen im großen Stil Regelungen und werden bei ihren Bestrebungen nach immer mehr Profit ungeniert von führenden Funktionären hofiert und sogar noch vor Sanktionen geschützt. Die Schere zwischen arm und reich geht dabei immer weiter auseinander. Verlierer dieser Entwicklung sind neben den tiefer spielenden Vereinen der sportliche Wettbewerb im Gesamten und insbesondere wir Fans.
Es zählen vor allem Rendite und die Generierung von noch mehr Geld. DFB und DFL demonstrieren dies seit längerem, zuletzt unter anderem durch Anstoßzeiten fürs TV, die fundamental entgegen der Belange von uns Stadiongängern stehen. In allen oberen Ligen finden nun Spiele am Montagabend statt, seit letzter Saison sogar in der ersten Bundesliga. Diese Entwicklung darf von uns Fans nicht hingenommen werden, denn nur wir können mit geschlossenem und starken Protest diesem Trend entgegenwirken! Im Sinne eines Fußballs für die Fans und nicht eines des finanziellen Profits.
Die Vorbereitungen für die nächste Ausschreibung der TV-Rechte sind in vollem Gange. Inzwischen gibt es eine Ankündigung, dass sich die in der DFL zusammengeschlossenen Vereine für eine Abschaffung der Montagsspiele ab der Saison 2021/22 ausgesprochen haben. Dies ist bislang jedoch nur eine lose Absichtserklärung, die außerdem nach aktuellem Kenntnisstand nur für die erste Liga und nicht für den kompletten deutschen Profifußball gilt. Die zweite und dritte Liga werden anscheinend außen vor gelassen. Zudem ist bislang keine Rede von den ebenso unter Kritik stehenden, fanunfreundlichen Spielansetzungen unter der Woche. Vor allem das Thema „englische Wochen“ wird uns vermutlich noch aufs Heftigste beschäftigen. Aufgrund der Vergabe der Fußball WM 2022 nach Katar, welche bekanntlich im November und Dezember ausgetragen wird, steht uns in der Saison 2022/2023 möglicherweise ein wahrer Horror bevor.
In einer ersten Prognose im „Spiegel“ aus dem Jahr 2015 ist beispielsweise die Rede von einem echten Chaosspielplan mit einer deutlich zweistelligen Anzahl an englischen Wochen! Diesem Wahnsinn gilt es Einhalt zu gebieten! Wir werden uns nicht mit einem kleinen Bonbon, wie einer möglichen Abschaffung der erst im vergangenen Jahr neu geschaffenen Montagsspiele der ersten Liga, zufrieden geben. Sollte bei einer Abschaffung der Montagsspiele in der ersten Liga beispielsweise im Gegenzug eine neue, weitere fanunfreundliche Anstoßzeit geschaffen und der Spieltag weiter zerstückelt werden, so ist niemandem geholfen. Das Problem der fanunfreundlichen Spieltagsansetzungen muss für alle betreffenden Ligen komplett auf den Prüfstand und in Gänze behoben werden.
Bereits in den vor einigen Monaten veröffentlichten und an DFB und die in der DFL organisierten Vereine übermittelten Positionspapieren der Fanszenen Deutschlands haben wir folgende Forderungen aufgestellt, von denen wir nicht abweichen werden:

 

  • die komplette Abschaffung der „Englischen Wochen“ mit Spielansetzungen von Dienstag bis Donnerstag
  • die komplette Abschaffung der „Montagsspiele“
  • bei Spielen am Freitag, sowie innerhalb der Woche im DFB-Pokal kein Anpfiff vor 19:30 Uhr
  • kein Anpfiff vor 14 Uhr an Samstagen und Sonntagen
  • die konsequente Einhaltung der sogenannten „300km-Regel“, wonach die Spielorte zweier Vereine die nicht an einem Samstag gegeneinander spielen, maximal 300km voneinander entfernt liegen sollen

 

Wie die Anstoßzeiten in den kommenden Spielzeiten gestaltet werden, liegt auch in unserer Hand. Als Fans und Mitglieder haben wir ein Recht darauf zu erfahren, wie unsere Vereinsvertreter auf DFL-Sitzungen entscheiden. Nur mit umfangreicher Transparenz kann Abstimmungen und dubiosen Deals in Hinterzimmern entgegengewirkt werden.
Am 13.Spieltag hat die DFL erneut ein Erstligaspiel auf den Montagabend gelegt, zudem findet in der 3. Liga unter der Regie des DFB, wie fast jeden Montag, eine Partie statt. Am Wochenende rund um diesen Spieltag wird es daher zu bundesweiten Protesten in den Fankurven kommen:

Wir werden die komplette erste Halbzeit auf organisierten Support verzichten.

Ein wirksamer Protest kann nur gemeinsam funktionieren. Selbstverständlich fällt es niemandem leicht, die eigene Mannschaft in dieser Zeit nicht zu unterstützen. Allerdings besteht die riesige Chance auf entscheidende Veränderungen, die den Fußball endlich wieder in eine positive Richtung lenken würden. Aus Kreisen der Vereine ist zu hören, dass die Abschaffung der Montagsspiele und englischen Wochen als durchaus realistisch eingeschätzt wird. Selbst das Montagsspiel der zweiten Liga steht zugunsten eines Alternativtermins am Samstagabend zur Diskussion. Also lasst uns aktiv werden und unseren Forderungen Nachdruck verleihen. Wir holen uns unser Spiel zurück!
Für den Beginn der zweiten Halbzeit haben wir eine kleine Aktion geplant, um dann geschlossen und kraftvoll mit dem Support zu starten. Bringt dazu bitte alle, wie es ohnehin üblich sein sollte, einen Schal mit und achtet auf die Ansagen der Vorsänger.

Positionspapiere

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